Bereits vor 1830 waren auf dem Berg Lustbauten errichtet werden. König Anton und sein Sohn nutzten sie zu Jagden und Routinebesuchen bei den Vasallen. Leider sind diese Pavillons nicht erhalten geblieben. Seit 1836 haben mehrere versucht, Gastronomie auf den Geisingberg zu bringen. Leider scheiterte alles an Eigentumsfragen. Den ersten Erfolg hatte Carl Mutze aus Geising, indem er um den alten Ahorn ein Aussichtsgerüst baute und eine Art Unterkunftshaus im Blockhausstil errrichtete. Diese Schutzhütte stand genau dort, wo 1891 der Turm entstand.

Zur Einweihung des Turmes gab es ein offenes Buffett und erst 1898 wurde wieder ein Unterkunftshaus errichtet. 1906 wurde es abgerissen und an seine Stelle trat auf massiven Grund die Baude, wie sie heute noch steht. Baumeister Hübner aus Lauenstein übernahm den Auftrag und die Bauzeit betrug ein halbes Jahr. Die Baukosten sind nicht zu ermitteln, da sie aus gönnerhaften Spenden und dem Rücklagefonds des Gebirgsvereins gedeckt wurden. Die Bewirtschaftung des Berges war reiner Saisonbetrieb und begann meist zu Pfingsten, weshalb die traditionellen Sternwanderungen zu Sonnenaufgang am Pfingstsonntag herrühren.

Die Bevölkerung des Gebietes hatte andere Sorgen (Niedergang des Bergbaus, Auflösung der Strohflechterei), als auf dem Berg lustzuwandeln.
Der Tourismus brachte völlig neue Aspekte in das Kammgebiet und die Bevölkerung tat mit ihren einfachen Mitteln alles, daß sich die "Städter" im Sommer und Winter wohlfühlten.Die Eisenbahn Hainsberg - Kipsdorf (mit Anschluß über die Postkutsche nach Altenberg) und die Einweihung der Kleinbahn Mügeln - Geising 1890 gaben nicht nur der Industrie Anschub, sondern förderten auch den Tourismus in unserer Region.

Am 15.10.1989 übernahm Familie Klein aus Altenberg die Bergbaude und öffnete diese nach umfangreichen Umbauarbeiten am Karfreitag, den 13.April 1990 wieder.

Aus ursprünglich sommerlichen Saisonbetrieb ist nun die durchgehende Bewirtschaftung der ansprechenden und gemütlichen Bergbaude gesichert. Eine reichhaltige und preiswerte sächsische Hausmannskost wird dem hungrigen Wanderer angeboten.

Autor:
Werner Stöckel, Geising