Aus der Geschichte des Geisingberges

Über die Entstehung des Namens des Berges ist nichts überliefert worden. Der Berg und sein Name sind aber älter als Altenberg. Nach der Gründung der Bergstadt nach den ersten Zinnerzfunden um 1436 spricht man von den "Zinnern am Geussingbergk". Zu diesem Zeitpunkt gehörte der Geisingberg zur Herrschaft Bärenstein.
Trotz seiner markanten Lage ist wenig geschichtsträchtiges über den Geisingberg zu berichten.
1522 wurde der Gipfel des Geisingberges von den Altenberger Bergknappen für eine symbolische Lutherverbrennung genutzt. Das Feuer leuchtete weit bis Böhmen hinein, weiß die Altenberger Chronik zu berichten. 1542 entschuldigten sich die Altenberger übrigens persönlich bei Luther für ihre Ungebührlichkeit.
Auch Kurfürst August der Starke besuchte am 4.Juli 1708 den Geisingberg anlässlich seiner Befahrung des Zwitterstocks in Altenberg und ging dabei auf Auerhahnjagd.
Selbst der Dichter der Befreiungskriege, Theodor Körner, stieg 1809 auf den Geisingberg. Zu seinem Besuch schrieb er in sein Tagebuch: " Von dieser Seite macht sich das sonst so erbärmliche Altenberg wegen der großen Pinge recht romantisch; sonst ist es das ärgste Nest, das Gott hat bauen lassen".

Mit dem Rückzug der Franzosen 1813 kam es am Nordhang des Geisingberges zu einem Gefecht. Die Gefallenen der Kämpfe wurden am Lerchenhübel beerdigt.
Auch Versuche auf Zinnerzabbau gab es an den Hängen des Geisingberges. Von 1749 bis 1794 und 1838 bis 1842 wurde versucht, am Westrand des Geisingberges eine Fortsetzung der Altenberger Zinnerzgänge des Neufangs zu finden. Geringe Haldenreste und ein 24m tiefer Schacht der Grube Kieszug erinnern an diese Kurze Bergbauperiode.

Am 14. Mai 1889 wurde in Altenberg der Erzgebirgsverein gegründet, mit dem Ziel, auf dem Geisingberg einen Aussichtsturm zu errichten. Am 27. September 1891 wurde der "Louisenturm"
für 4000 Goldmark fertiggestellt. Ab 1906 existierte die erste Baude auf dem Geisingberg. Im November 1906 richtete ein schwerer sturm am Waldbestand und an der Baude große Schäden an. Ein Jahr später war die Baude wieder neu aufgebaut. Der Geisingberg wurde mit Fichten neu aufgeforstet. Von seinem ursprünglichen Tannenbestand existieren heute nur noch einzelne Exemplare am Ostrand des Berges. 1908 wurde der Steinbruch wieder aufgenommen und eine Seilbahn zur Bahnstation Hartmannmühle errichtet. Nach dem missglückten Versuch einer Großsprengung im Steinbruch wurde dieser 1936 nicht weiter betrieben.
Berühmt wurde der Geisingberg nochmals in den 50er Jahren unter Wintersportlern wegen seiner Sprungschanze und der "Sachsenabfahrt".
Wer Ruhe beim wandern liebt und dabei stets ein offenes Auge für die Natur hat, sollte auf einen Besuch des Geisingberges nicht verzichten.